Wie lange kann man noch von günstigen Immobilienkreditzinsen profitieren?

Immobilienzinsen
Seit 2010 befinden sich Menschen, die eine Baufinanzierung planen, in einer sehr angenehmen Situation, denn das Zinsniveau lag im Sommer 2010 auf einem absoluten Rekordtief, so dass man teilweise Baudarlehen mit 10jähriger Zinsbindung für unter 3,00% p.a. bekommen konnte. Als die Europäische Zentralbank die Leitzinsen in diesem Jahr angehoben hat, sind die Bauzinsen entsprechend gestiegen und lagen für 10jährige Baudarlehen noch im Frühjahr bei ca. 4,00% p.a., was jedoch immer noch sehr günstig ist. Trotzdem gab es im Frühling sehr viele Experten, die davon ausgegangen sind, dass die Zinsen für Immobilienfinanzierungen tendenziell weiter ansteigen. Nun ist jedoch genau das Gegenteil eingetreten, denn aktuell kann man Baukredite mit 10 Jahren Zinsbindung wieder für durchschnittlich 3,5% p.a. erhalten, wie laut „rp-online.de“ und dem „Hamburger Abendblatt“ aus einer neuen Berechnung der FMH-Finanzberatung hervorgeht.

Günstige Immobilienkredit Zinsen durch die EU-Schuldenkrise

Der Hauptgrund für die aktuell sehr niedrigen Kosten einer Baufinanzierung liegt vor allem in der EU-Schuldenkrise und der damit verbundenen Unsicherheit der Anleger an den Kapitalmärkten. So sind beispielsweise äußerst viele Anleger in deutsche Staatsanleihen geflüchtet, was zur Folge hatte, dass deren Rendite bei 10 Jahren Laufzeit zeitweise unter 3,00% p.a. gefallen ist. Da die Bundesanleihen jedoch auch die Zinskosten für Pfandbriefe beeinflussen, konnten die Anbieter von Baukrediten ihre Finanzierungen günstiger absichern und entsprechend attraktive Konditionen zur Verfügung stellen. Diese Zusammenhänge und weitere interessante Informationen zur Baufinanzierung findet man auf dem Portal Immobilienfinanzierung.com.

Mit dem Pessimismus könnten auch die günstigen Finanzierungskonditionen verschwinden

Sollten die Anleger an den Kapitalmärkten ihre Angst vor einer Rezession wieder verlieren, werden sie entsprechend aktiver an den Aktienmärkten agieren und somit ihre Staatsanleihen wieder abstoßen. Da dies wiederum zu steigenden Zinsen der Bundesanleihen führt, setzt sich der Mechanismus über die Pfandbriefkosten diesmal umgekehrt in Bewegung und private Bauherren müssen wieder mehr für ihre Baufinanzierungen bezahlen. Natürlich kann niemand genau vorhersagen, wie sich die wirtschaftliche Situation in den nächsten Monaten entwickelt, aber sollten die Politiker in der nächsten Zeit überzeugende Programme zum Abbau der Schulden und für ein starkes Europa vorlegen, könnte dies an den Aktienmärkten wieder für bessere Stimmung sorgen.
Hohe Immobilienpreise machen potenziellen Bauherren zu schaffen

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Immobilien steigen die Preise hierzulande immer weiter an. Nach einem Bericht auf „rp-online.de“ gehen die Landesbausparkassen davon aus, dass die Preise um knapp 3% bis zum Jahresende anziehen werden. Dies frisst einen Teil der Ersparnis wieder auf, die sich aus den günstigen Baufinanzierungszinsen ergibt. Aus diesem Grund ist aktuell sehr wichtig, viel Zeit in die Suche nach einem geeigneten Objekt zu stecken, um letztlich nicht zu viel Geld für das gewünschte Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung ausgeben zu müssen.

Mit einem Forward Darlehen für die Zukunft vorsorgen?

Wer gerade aktuell in den Planungen für seine Baufinanzierung steckt, jedoch noch etwas Zeit für die Objektsuche benötigt, kann unter Umständen ein Forward Darlehen in Anspruch nehmen, um sich die aktuellen Zinssätze auch in der nahen Zukunft zu reservieren. Dies ist zwar mit Bereitstellungszinsen von 0,02-0,04% pro Monat verbunden, lohnt sich aber dennoch, falls die Zinsen bald wieder ansteigen sollten. Ist die eigene Planung schon weiter fortgeschritten, erscheint es sinnvoll, bei den Banken nachzufragen, wie hoch die jeweilige zinsfreie Bereitstellungszeit für ein normales Baudarlehen liegt. Einige Anbieter stellen hier Zeiträume von bis zu 12 Monaten in Aussicht, so dass man in Ruhe den eigenen Hauskauf planen und trotzdem später ein attraktives Darlehen in Anspruch nehmen kann.

Die EZB könnte die Leitzinsen erneut anheben

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Betrachtung der Bauzinsen Entwicklung stellt natürlich die Zinspolitik der EZB dar. Sollte diese die Leitzinsen in naher Zukunft erneut anheben, kann dies dazu führen, dass auch die Geschäftsbanken ihre Kreditkonditionen wieder teurer gestalten, was unweigerlich auch zu höheren Bauzinsen führen würde. Für eine weitere Leitzinserhöhung spricht dabei die nach wie vor hohe Inflationsrate, wohingegen die Abkühlung der Konjunktur eher dafür sorgen könnte, dass die Europäische Zentralbank alles beim Alten lässt. Damit stellt dieser Punkt eine weitere Unbekannte bei der Prognose der Bauzinsentwicklung dar, so dass es aktuell wirklich sehr schwierig sein dürfte, vorherzusagen, wie sich die Kosten für Immobilienkredite in den nächsten Monaten entwickeln werden.

Viel günstiger können Baufinanzierungen nicht werden

Da die zukünftige Entwicklung der Bauzinsen aktuell nur sehr schwierig abzuschätzen ist, kann es sinnvoll sein, das momentan sehr niedrige Zinsniveau auszunutzen und die eigene Immobilienfinanzierung nun durchzuführen. Wer jedoch noch nicht so weit ist, sollte trotzdem nicht übereilt handeln, denn wenn sich in der eigenen Planung Fehler einschleichen, ist dies oftmals viel teurer als ein etwas höheres Zinsniveau. Darüber hinaus besteht jedoch die Möglichkeit, sich bereits jetzt ein Darlehen zu beschaffen und dieses erst später zu nutzen, was einerseits über ein Forward Darlehen funktioniert und andererseits auch über die zinsfreie Bereitstellungszeit normaler Baukredite. Auch hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob dieser Schritt für ihn sinnvoll ist, aber sehr viel günstiger dürften die Zinsen für Immobilienfinanzierungen nicht mehr werden.